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Suppenküche “Beit Tamchui“ in Jerusalem

Besuch in der Suppenküche “Beit Tamchui“ in Jerusalem

Punkt 10:00 Uhr treffe ich Baruch, den Leiter der Suppenküche, im Flur des Hochhauses in der Jaffastraße. Ein typischer Israeli - unkompliziert und unkonventionell, der mir schnell die Hand reicht und mich begrüßt, als wäre ich eine alte Bekannte. Unscheinbar erscheint mir das Ganze, aber unendlich wertvoll, wie ich einige Minuten später erfahre.

Baruch erzählt mir von den Menschen, die hier in der Suppenküche montags und mittwochs, eine warme, frisch gekochte Mahlzeit empfangen und von Herzen dankbar sind für diese Anlaufstelle. Jedes Mal kommen ca. 130-140 verschiedene Gäste, die freundlich von Volontären aus aller Welt versorgt werden, angeleitet von einem festen Team, das sich um Baruch gebildet hat. Die Volontäre helfen oft nur einmal während einer Israel- Reise mit oder bleiben für einige Wochen. An diesem Tag sind wir aus 10 verschiedenen Nationen zusammengewürfelt, alle hochmotiviert und rücksichtsvoll. Der Raum ist viel zu klein für alle auf einmal, also wird praktisch gedacht und in 2-3 Schichten gegessen, jedes Mal der Tisch wieder ordentlich gedeckt und sauber gemacht. Die Menschen sollen sich wertgeschätzt fühlen, egal wie arm und bedürftig sie sind. Die Gäste werden mit einem 4-Gänge Menü versorgt, das in einer koscheren Küche hergestellt wird, so dass auch fromme Juden, denen die Speisevorschriften des Rabbinats wichtig sind, nicht ausgegrenzt sind.

"Jede Mahlzeit mit Getränk kostet pro Person ca.10 €," erklärt mir Baruch. Deshalb sind die Verantwortlichen sehr dankbar für Spenden, denn nur dadurch wird die Suppenküche finanziert.

Unter dem Dach von „King of Kings“ einer internationalen Gemeinde in Jerusalem, können sie diese Zuwendungen erhalten und bestätigen. Das macht die Bürokratie um einiges leichter. Damit auch einheimische Israelis eingebunden werden, stellt die nahe gelegene Schule „ Beit ha Tikva“ an jedem „Suppenküchen-Tag“ 3 Schüler und Schülerinnen für 2 Stunden ab, um bei der Essensausgabe mitzuhelfen. Ziel des Teams ist es, dass kein Gast länger als 30 Sekunden auf sein Essen warten muss, er wird am Tisch bedient und als würdiger Gast behandelt. Um dem Ganzen den Charakter eines gemütlichen Restaurants zu verleihen, finden sich immer wieder ehrenamtliche Helfer, die für diese Stunden Livemusik anbieten, manchmal stimmen die Gäste sogar munter mit ein, falls sie die Songs kennen.

Besonders interessiert mich, wie „Bet Tamchui“- Haus der Bedürftigen“ oder auch „Haus der Zuwendung“ bekannt wurde, da mir die Mitarbeiterinnen erzählten, dass sie weder im Radio noch im Fernsehen oder in der Zeitung Werbung gemacht hatten. Das erzählt mir dann Elisabeth, die ich vor der Eingangstür auf einem der bereit gestellten Stühle sitzend, treffe. “Davon habe ich auf der Straße erfahren“ gesteht sie mir! „Wir sagen das einander von Mund zu Mund weiter!“ Und wirklich, erzählt mir eine Mitarbeiterin, innerhalb weniger Wochen nach der Eröffnung vor 3 Jahren, waren die Räumlichkeiten schon brechend voll.

Von Elisabeth erfahre ich auch eine Geschichte- nachdem sie herausgefunden hatte, dass ich aus Deutschland komme, erzählt sie mir in Deutsch aus ihrem bewegten Leben- inzwischen 89 Jahre alt! Deutsch habe sie in Ungarn im Gymnasium gelernt, das sie besucht hatte, bis die Nazis kamen. Sie wurde nach Sibirien verschleppt, verlor dort alles, aber sie hat überlebt und kam über Umwege nach Israel. Und nun sitzt sie hier- wieder neben einer Deutschen - und ich kann ihr nur eines sagen: "Elisabeth, dieses Mal helfen Deutsche mit, eure Mahlzeiten in der Suppenküche zu bezahlen!“ Wie dankbar bin ich, dass deutsche Spender das möglich machen! Danke euch allen!

Möchten Sie auch zu diesen Spendern gehören? Wenn ja, dann können Sie das über folgendes Konto beim aki tun:

Bankverbindung: LGV- Förderstiftung Bad Liebenzell

Sparkasse Pforzheim- Calw

Verwendungszweck: King of Kings- Suppenküche T-Nr. 506 141

IBANDE69 6665 0085 0004 6896 82