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Shevet Achim


Shevet Achim - ... Jonathan Miles und sein Team bringen arabische Kinder zu lebensrettenden Operationen in israelische Krankenhäuser.

Hier die homepage von Shevet Achim mit ausführlichen Informationen:
www.shevet.org

 

Informationen, Kontakt:

 

Karl-Heinz Geppert
Lehheckeweg 11
69469 Weinheim
Telefon: 06201-24020
E-Mail: aki@lgv.org

 

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Ein Artikel über die Arbeit von Jonathan Miles, Gründer von Shevet Achim, erschienen in der JERUSALEM POST von Patricia Golan, erklärt eindrücklich die Arbeit.

Jonathan Miles ist Amerikaner mit einer besonderen Mission, der hilft, schwerkranke palästinensische Kinder vom Gazastreifen in israelische Krankenhäuser zu bringen.

Es ist früh am Morgen am Eretz - Übergang. Er wird von einer Reihe beeindruckender IDF - Kontrollposten und Barrikaden bewacht. Die Hitze ist jetzt schon drückend heiß, doch Jonathan Miles, ein amerikanischer Christ, ist auf einer Mission. Miles grüßt einige palästinensische Mütter, die Säuglinge mit verschiedenen schweren Herzfehlern auf ihren Armen halten und geleitet sie zu einem wartenden Krankenwagen. Sie befinden sich auf dem Weg zum Wolfson-Krankenhaus in Holon, wo sie dringend nötige medizinische Versorgung finden. Mehrere Male in der Woche reist Miles zwischen Israel und Gaza hin und her, um palästinensischen Kindern zu helfen, die dringend medizinische Betreuung brauchen, aber dort nicht vorhanden ist, wo sie leben.

Es ist immer schwierig für Palästinenser nach Israel einzureisen - und in dieser Zeit der fortwährenden palästinensisch-israelischen Gewalt, so gut wie unmöglich. Miles hat es geschafft, Genehmigungen zu bekommen, die Babys mit schweren Herzfehlern erlauben, Gaza zu verlassen, um ins Wolfson-Krankenhaus zu fahren. Die diensthabenden Soldaten scheinen Miles zu kennen und unterhalten sich mit ihm in Hebräisch. Zwischen den israelischen und palästinensischen Kontrollposten befindet sich eine lange leere, asphaltierte Straße. Auf der pälestinensischen Seite ist Miles genauso freundlich mit den pälestinensischen Soldaten wie mit den Israelis. Die Palästinenser nennen ihn "Doktor", fragen nach seiner Familie und scherzen darüber, dass er seinen Kleinbus anschieben muss, um ihn zum Starten zu bringen.

Der leise sprechende und zurückhaltende Miles ist zu einer inoffiziellen, jedoch überzeugenden Verbindungsperson zwischen den verzweifelten moslemischen Familien in Gaza und dem jüdischen medizinischen Personal in Israel geworden. Der anhaltende Konflikt hat seine Spuren bei der schon vorher leidenden und verarmten Bevölkerung in Gaza hinterlassen. Die medizinische Versorgung in Gaza beschränkt sich auf das Notwendigste. Wenn anspruchsvollere Prozeduren notwendig sind, sterben die Kinder oft nur einige Kilometer von vollausgerüsteten Krankenhäusern in Israel.

Durch "Light to the Nations" (Licht für die Nationen), dem christlichen Wohltätigkeitsfound, den Miles gegründet hat und leitet, handelt er als Verbindungsglied für schwerkranke palästinensische Kinder, damit sie  lebensrettende Herzoperationen in israelischen Krankenhäusern bekommen können.

Die israelischen Ärzte und Pflegepersonal stellen ihre Zeit kostenlos zur Verfügung und die Krankenhäuser Operationssäle und Ausrüstung zum Selbstkostenpreis. Aber viel Geld muss aufgebracht werden, um die medizinischen Dienste und die Ausrüstung bezahlen zu können. Ungefähr 80 Prozent der Kosten für die Herzoperationen wird von den israelischen staatlichen Krankenhäusern getragen; "Light for the Nations" übernimmt die restlichen Kosten.

"Wir erbitten Gelder von Christen in verschiedenen Ländern in der ganzen Welt", erklärt Miles. "Zum größten Teil sind das Menschen, die Interesse an Israel und an dem, was hier geschieht, haben, und wir informieren sie über den Einsatz, den die israelischen Krankenhäuser leisten. Dies sind keine reichen Spender, sondern Menschen, die von dem abgeben, was sie haben." Die Organisation ist keiner offiziellen Kirche angeschlossen. Miles und seine Frau Michelle - beide 39 Jahre alt - machen die kranken Kinder ausfindig, stellen die Verbindung zwischen israelischen und palästinensischen Gesundheitswesen her, und setzen sich geduldig mit der endlosen Bürokratie auseinander. Eine kleine Gruppe selbstloser, christlicher Volontäre kümmert sich um Verwaltung und Organisation.

Bevor Miles sich mit dem Kleinbus auf seine Mission für den Tag begibt, spricht er ein Gebet aus den Klageliedern, bittet Gott um Bewahrung. Er rezitiert den Vers in Hebräisch, um damit die Verbindung des Christentums mit den jüdischen Quellen anzuerkennen, erklärt er.

Miles beginnt seine Runde in Khan Yunis, wo er Familien mit Kindern besucht, die Kandidaten für die Versorgung in israelischen Krankenhäusern sind. Die zweijährige Yasmin wurde im letzten Jahr am offenen Herzen operiert, sagt ihre Mutter, und muss eventuell noch mal für eine weitere Operation ins Krankenhaus. Die makellose, schön möblierte Wohnung steht im scharfen Kontrast zu dem Gebäude, in dem sie sich befindet, ein heruntergekommener Wohnblock mit verdreckten, baufälligen Treppen, die auf eine verschmutze Straße führt. Yasmins Mutter Um Shayma hat vier Kinder. Sie lobt die Aufmerksamkeit, die ihrer Tochter zuteil wurde und wie schnell Miles die Untersuchungen in Israel arrangiert hat.

In der ländlichen Umgebung von Khan Yanis ziehen Esel ihre schwer mit Holz beladenen Karren entlang enger Straßen. Der vierjährige Said lebt mit seiner Familie in einem unfertigen Zementhaus. In einem Zimmer liegt ein kleines Baby, ein Mädchen, auf einem Bett, mit Mull bedeckt, um sie vor den Fliegen zu schützen. Said hatte vor zwei Jahren eine Herzoperation am offenen Herzen, die einheimischen Ärzte sind jedoch der Meinung, dass er eventuell eine zweite benötigt. Miles hat herausgefunden, dass ein amerikanischer Herzchirug auf Volontärsbasis in der kommenden Woche Patienten in Ramallah empfängt. Said wurde auf die Liste gesetzt. Allerdings wollen die Ärzte im Wolfson-Krankenhaus, die ihn zuerst operiert haben, weiter behandeln. "Dies ist eine ungewöhnliche Situation, wenn zwei Parteien diesen Kindern helfen wollen", merkt Miles an, "normalerweise sind diese Kinder ungewollt."

Miles erzählt, dass er, als er 1990 als überzeugter Zionist nach Israel kam, mehr daran interessiert war, jüdischen Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion als Palästinenser zu helfen. Er wurde von einer Gruppe Israelis inspiriert, die versucht haben, Gelder aufzutreiben, nicht-jüdischen Einwanderern mit medizinischer Versorgung zu helfen. "Das hat mir die Augen geöffnet. Ich sah großartige medizinische Versorgung in Israel und die vielen Nachbarn um Israel herum, die diese Hilfe brauchen, aber nicht in der Lage waren, selbst dort Hilfe zu bekommen." Dann nahm ihn eines Tages ein anderer christlicher Volontär mit, um einen Besuch im Gazastreifen zu machen.

Es war die Zeit, in der das palästinensische Gesundheitssystem zusammenbrach. "Ich habe angefangen die Familien mit den kleinen blauen Babys in ihren Armen zu sehen, verzweifelt, wissend, dass die Behandlung, die ihren Kindern das Leben retten könnte, nur eine Stunde Fahrtzeit von ihnen entfernt ist, und keiner half ihnen", sagt Miles. "Wir befanden uns aber in der Lage es zu tun. Um Jesus treu zu bleiben, konnte wir uns nicht einfach umdrehen und weggehen. Wir waren genötigt, einen Weg für diese Kinder zu bahnen, um die nötige Behandlung zu bekommen."

Über die Tatsache hinaus, dass er ein Mittelsmann ist, hat er sich den Menschen in Gaza angeschlossen und ist trotz der nächtlichen Schießereien mit seiner Frau und den sechs Kindern nach Rafah gezogen. Kürzlich sind sie, inmitten den zunehmenden Spannungen nach Jerusalem umgezogen. In Rafah besuchten seine ältesten Töchter, Renana, 18 und Rebecca 16, dort das Gymnasium. Sie trugen Kopfbedeckungen und lange Kleider und sprechen fast akzentfrei Arabisch. Die anderen Kinder Joshua, 13, Elana, 10, Benayah, 8, und Zachariah, 1, werden zu Hause unterrichtet.

Zurück in den Kleinbus, erhält Miles einen aufgeregten Anruf von dem palästinensischen Kinderkardiologen Bashir Afana, der Hauptkontaktperson in Gaza, um die Kinder ausfindig zu machen und an die professionellen Kollegen auf der israelischen Seite zu überweisen. Ein zwei Monate altes Mädchen wurde mit einem ernsten Herzfehler diagnostiziert und müsste sofort behandelt werden. Miles ruft Dr. Akiva Tamir, einem Kardiologen im Wolfson-Krankenhaus und Teil des Volontär-Teams von dem "Save a Child's heart" (Rette ein Kinderherz) Programm, an. Es ist das größte Programm in der Welt, dass dringende Herzoperationen für Kinder und kostenlose Nachsorge für die Kinder der dritten Welt und aus Entwicklungsländern anbietet.

"Kannst du sie sofort rüberschicken?", fragt Tamir als er von den Symptomen hört. "Sie wird eventuell nicht bis morgen überleben." Nun muss Miles so schnell wie möglich die Papierarbeit fertigkriegen. Die palästinensische medizinische Verbindung erklärt, dass es  heute dafür zu spät sei, er würde es morgen versuchen. Auf einer Station im Kinderkrankenhaus von Khan Yunis, liegt ein kleines Säuglingsmädchen, Riman, mit einer blauen Hautfarbe. Ihr Vater, ein Pfleger, lehnt sich über ihr Kinderbettchen. Ihre Mutter ist ganz in Schwarz gekleidet und hat ihr Gesicht mit einem Schleier bedeckt, was andeutet, dass sie aus einer extrem konservativen moslemischen Familie kommt. Afana erklärt, dass die Babys mit schweren Kyanosis, so wie Riman, ohne das notwendige Eingreifen sterben würden. Er gesteht, daß wegen des Fast-Kriegszustandes mit den Israelis, es ohne der Arbeit von Miles und seiner Organisation so gut wie unmöglich wäre, Kinder wie Raman in israelische Krankenhäuser zu bringen. Afana, der Medizin im Golf und in Schottland studiert hat, sieht es nicht als etwas Ungewöhnliches an, von einem christlichen Mittelsmann Gebrauch zu machen. Unser Job ist nicht zwischen Israelis und Juden und Muslims, unser Job kommt direkt vom Herzen. Wir müssen einander helfen, ich denke, wir haben eine gute Beziehung zu den israelischen Ärzten, die unseren Patienten helfen." Allerdings ist der Direktor von der Kinderintensivstation des Wolfson-Krankenhauses, Dr. Sion Houri frustriert darüber, dass seine Mitarbeiter so gut wie keinen Kontakt zu den palästinensischen Ärzten in Gaza haben. Sie rufen nie direkt bei ihm an, beklagt er sich.

Die Beziehungen zwischen uns und den Palästinensern geht über eine christliche Organisation; sie sind es, auf die die palästinensischen Ärzte zugehen, wenn sie sich mit einem Kind in einer Notlage befinden. Es ist Teil des Lebens im Nahen Osten. Nichts ist einfach. Die Wahrheit jedoch ist, daß es nicht nur kompliziert ist, sondern dass es nicht erlaubt ist, das zu tun, was wir tun können. Es ist also so eine Art Grenzfall-Lächerlichkeit", klagt Houri. (Außer dem Wolfson-Krankenhaus haben auch andere Krankenhäuser wie Sheba, Rambam und Schneider palästinensische Kinder für einen Bruchteil der normalen Kosten auf Anfrage von "Light to the Nations" behandelt.)

Dieser bestimmte Tag ist ein trauriger Tag im Wolfson-Krankenhaus. Der Gründer und Hauptchirurg des "Save a Child's heart"-Projekt, Dr. Amram (Ami) Cohen, ist plötzlich anscheinend an einer Höhenkrankheit im Alter von 47 Jahren, während er den Berg Kilimanjaro in Afrika bestieg, verstorben. Cohen führte ungefähr 80 Prozent der Operationen an den Kindern, die durch "Light for the Nations" gerettet wurden, durch. Den ganzen Morgen war Miles am Telefon mit den israelischen Autoritäten in Gaza am Telefon, um sie zu überzeugen, den Säuglingsjungen, Muhammed Hijazi, und seine Eltern von Rafah zu der Beerdigung reisen zu lassen.

Drei Monate zuvor hatte Cohen eine komplexe Operation an Muhammend durchgeführt, die ihm das Leben gerettet hatte. Letztendlich erhielten die Hijazis die Erlaubnis zu der Beerdigung zu gehen und sprachen auch im Namen der anderen Eltern in Gaza, dessen Kinder auch von Cohen behandelt wurden.

John Lawrence, eine anglikanischer Geistlicher aus England, fuhr den uralten Peugeot der Organisation, um die Familie abzuholen. Er und seine Frau Dawn kamen vor einem Jahr ins Land, um Volontärsarbeit für das "Light to the Nations"-Projekt zu leisten. Sie leben in einer Wohnung in der Nähe des Krankenhauses und helfen beim Organisieren und der Buchhaltung. Lawrence trägt immer eine Bibel und ein Wörterbuch bei sich in einer Tasche - eins oder das andere, lacht er, hilft mir bei der Verständigung. "Mein christlicher Glaube wird bei den Menschen ausgelebt, die ein sehr verzerrtes Bild vom Christentum haben", erklärt Lawrence. "Ich versuche mitten in all dem, eine Brücke zwischen den verschiedenen Glaubensgemeinschaften und ein Zeugnis und Beispiel für die Liebe Gottes in dieser Situation zu geben."

Christen, die im Heiligen Land leben und arbeiten, tendieren dazu, in die Polarisierung in der Region hineingezogen zu werden. Protestantische Dienste, besonders die aus der evangelikalen Richtung sich normalerweise ideologisch Israel gegenüber verpflichtet, während andere christliche Ausländer, die Katholische und Orthodoxe Kirche und lokale Christen sich stark mit der Sache der Palästinenser identifizieren. Die Pro-Israel und und pro-palästinensischen Christen liegen sich oft in den Haaren.

Der biblische Wissenschaftler Joseph Fankovic, Vorstandsmitglied von "Light to the Nations", glaubt, dass die Arbeit von Miles "ein neues Modell für einen christlichen Dienst" darstellt; einen Dienst der Juden und Palästinenser durch christliches Arrangement näher zusammenbringt. Diese Art  von Begegnung zwischen Juden und Arabern überdeckt Misstrauen mit Vertrauen und Hass mit Wohlwollen.

Fankovic fährt fort: "Ich glaube, das was so interessant an Jonathan ist, dass er in der Lage ist, diesen delikaten und engen Kurs zu fahren, denn er identifiziert sich ideologisch mit der evangelikalen Gruppierung, die an sich sehr klar in die Richtung des christlichen Zionismus polarisiert ist. Er ist sozusagen wie ein Fisch, der gegen den Strom schwimmt innerhalb seiner eigenen Gemeinschaft." Miles selbst ist sich der Polarisierung der christlichen Gemeinschaft sehr wohl bewusst, die entweder kompromisslos Pro-Israeli oder Pro-palästinensisch ist. Jedoch scheint er in der Lage zu sein, diese Polarisierung zu überbrücken.

"Es ist wahr, dass es viel Bitterkeit im Land gibt. Wir, die wir von außen gekommen sind, werden immer wieder Beleidigungen beobachten und vielleicht auch selbst beleidigt werden", kommentiert Miles. "Wenn ich ein Partisan der einen oder anderen Seite sein wollte, könnte ich schreckliche Geschichten von Israelis sowohl auch von der anderen Seite erzählen. Ich meine damit, dass diese Dinge geschehen, und wenn wir nicht in der Lage sind, uns davon freizumachen und dem, wer auch immer uns beleidigt hat, zu vergeben, etwas noch Schlimmeres würde unser Feind werden, und wir werden zu Freunden ihrer Feinde."

 
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